wie wärs denn mal mit lesen?
ein ausschnitt eines schon etwas älteren textes über die sächsische cdu,viel geändert hat sich nicht.
„Das war keine Bodenreform“, führte MdL Schimpff aus, „ das war Klassenmord, so wie einige Jahre vorher die Nationalsozialisten Rassenmord begangen haben.“ Fast einen ganzen Tag war die hiesige Hofpresse düpiert, weil man das eben so ist. Ist seitdem nicht wieder vorgekommen, die Düpertheit. Und auch Landtagspräsident Iltgen, der auch dem „Runden Tisch gegen Gewalt“ vorsteht, sah keinen Grund zum Eingreifen, da das Wort Holocaust nicht gefallen sei. Hatte doch Schimpff nur einen alten Gedanken Heitmanns aus einer Landtagsdebatte von 1996 aufgegriffen, der ihn selbst bereits mehr als ein Jahr zuvor in der Dresdner CDU-Zeitung geäußert hatte. „Die DDR wird um keinen Deut besser, wenn Sie sie mit der nationalsozialistischen Diktatur vergleichen. Menschenverachtende Regime waren beide. Soll man sagen, die DDR war nur deshalb besser, weil sie Juden nicht in die Gaskammer geschickt hat?“ Sollte man nicht besser von der DDR als kausalem Nexus der Judenvernichtung sprechen? Zumal der „organisierte Tod von Millionen Juden in Gaskammern“, so der Innenminister als Präsidentschaftskandidat, „tatsächlich einmalig ist - so wie es viele historisch einmalige Vorgänge gibt.“
Einmalig war auch der „Zwischenfall in Hoyerswerda“ 1991. Ein „äußerst unerfreulicher Prozeß“, wie Professor Biedenkopf einräumt, aber auch von den westlichen Medien aufgebauscht, damit sie etwas nach Hause zu berichten haben, ergänzte Frau Biedenkopf. Ihr Mann weiß: „Und die sächsische Bevölkerung hat sich als völlig immun erwiesen gegenüber rechtsradikalen Versuchungen.“ Denn „in Sachsen haben noch keine Häuser gebrannt, es ist auch noch niemand umgekommen.“ Sicher auch das nicht ganz richtig. Die Brandanschläge gehen wohl in den dreistelligen Bereich, der eine oder andere Punk, linke Extremist oder Neger ist zu Tode gekommen. Aber will man kleinlich sein bei einem der so schlecht träumt? Nein, denn derlei zu äußern, also die Freiheit des Nichtandersdenkenden bzw. des anders Nichtdenkenden, ist bei hierorts ein hohes Gut. Der Herr Professor wird übrigens demnächst einer privaten Universität für Juristerei in Dresden vorstehen. Man ist hier nicht nachtragend.
EDIT:
http://www.links-in-sachsen.de/meute/schuBrie/logbuch/archiv_03_3.html (der ganze text)
http://www.links-in-sachsen.de/meute/schuBrie/frames.html (die site)