q.e.d. - quo errat demonstrator

2006, Apr 27th

institution familie

bei spiegel online finden sich heute einige interessante artikel zu den theorien der verlorenen familie und der ewigen kinderlosigkeit, daraus resultierend einer “katastrophalen demographischen entwicklung” und interessanten analysen, wer denn nun daran schuld sei. die ersten ausführungen beziehen sich auf einen artikel von eva herman - nie von ihr gehört, vielleichjt auch besser so…

Der Grund der deutschen Kinderlosigkeit ist in ihrem Artikel “Die Emanzipation - ein Irrtum?” daher schnell gefunden. Es sind nicht die fehlenden Kindertagesstätten oder die noch weit verbreitete Machokultur in den oberen Firmenetagen. Nein, diese angeblichen Systemfehler lässt sie nicht gelten. Es sind die Frauen selbst, geleitet von “Selbstgefälligkeit und Eitelkeit”, “im dünkelhaften Glauben an unsere nahezu übernatürlichen Kräfte, in Selbstüberschätzung und unreflektierter Emanzipationsgläubigkeit”.

Für diese Frauen sei Fortpflanzung “Option, keine Selbstverständlichkeit”. Dass Frauen sich in den Führungsetagen bislang kaum durchsetzen konnten, ist für Eva Herman kein Zustand der zu verändern ist, sondern eine Bestätigung dafür, dass die Talente der Frau ganz woanders liegen.

Der Platz der Frau sei zu Hause. “Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrages die Familie zusammenhalten kann”, argumentiert Herman christlich. Als Pendant zum Manne sei sie “der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil”. Nicht der heutige Versuch der Gleichberechtigung, sondern die klassische Rollenaufteilung hätte in unserer Gesellschaft über Jahrhunderte funktioniert. “Wenn sie aber eingehalten wird, so hat das in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge.
[…]
Mit der traditionellen Aufteilung “Frau-Kinder, Mann-Arbeit” glaubt Eva Herman auch, den Mann wieder für eine Familie gewinnen zu können. Das sei schließlich seine Rolle: “Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part…” Nun aber sei er vom weiblichen Karrierebewußtsein verunsichert. “Denn mit diesem Handeln, auch das ist nur logisch, lähmen wir jede starke Männlichkeit in unseren Partnern, die wir uns in der Tiefe unserer Seelen sehnlichst wieder herbeiwünschen.”

Übernehmen aber beide Geschlechter die Versorgerrolle, wird “die Frau zur Konkurrentin des Mannes”. Dann scheint keine normale Beziehung mehr möglich, dann “spürt er weder Bindung noch Verantwortung für sie”.

ganzer text: NACHRUF AUF DIE EMANZIPATION Evas antifeministisches Manifest

und allgemein zur problematik:

Die Familie ist, so heißt es nun allenthalben, vom Aussterben bedroht und wäre doch unser aller Rettung, wie Frank Schirrmacher in seinem aktuellen Bestseller “Minimum” weissagt. Eine Wagenburg gegen die Unbilden des Lebens.

Längst vergessen scheint Karl Kraus’ zeitlose Wahrheit: “Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben”.

Plötzlich wird die gute alte Familie wieder zur nagelneuen Gesellschaftsutopie, zum heiligen Gral einer ziellos individualisierten Welt, in der keine Kinder mehr geboren und nicht einmal “zeitaufwendig gesund gekocht” wird, wie “Tagesschau”-Sprecherin Eva Herman erschreckt festgestellt hat.

Die Frauen machen derweil, was sie wollen - Karriere! Bauchnabelpiercing! Selbstverwirklichung! - statt ihrem familiären “Schöpfungsauftrag” zur Schaffung häuslichen Glücks konsequent nachzukommen. Auf diese Weise geht nicht nur der Nachwuchs verloren, sondern auch Harmonie und Seelenheil.

Schuld daran sind die Feministinnen, selbstgefällige Karrierefrauen und die 68er, mit denen das ganze Elend selbstverständlich anfing.


ganzer text: Eine Hölle namens Familie

4 Comments »

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  1. groszartiges timing, denn gerde heute besprachen wir im lektürekurs für kritische frauen- und geschlechterforschung eben diesen spiegel-artikel. wie das leben so läuft…

    Comment by queen — 2006, Apr 27th @ 5:24 pm

  2. also den spiegelartikel vom 6.märz.

    Comment by queen — 2006, Apr 27th @ 5:26 pm

  3. wow. the same topic, just a bit more frustrated about the ignorance:purple dungarees

    Comment by elenore — 2006, Apr 27th @ 6:17 pm

  4. ich hab mich um wertungsfreiheit bemüht.
    und irgendwie fällt das ja schon so in diese ganze linie der armen aussterbenden deutsch rein, die keine kinder mehr bekommen, woran dann wiederum die feminist_innen schuld sein sollen.
    ganz im ernst: und sonst so?

    Comment by zahai — 2006, Apr 27th @ 6:53 pm

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