transgenialer CSD
im gegensatz zum wegen der männer-wm verschobenen “offiziellen” berliner CSD fand der transgeniale (warum auch immer der so heißt…) heute statt. mit etwa 3000 leuten recht gut besucht, wobei mit sicherheit auch leute dabei waren, die im ‘normalfall’ auf der offiziellen veranstaltung gewesen wären, getreu dem motto ‘einigkeit verschiedenheit und recht und freiheit’ in schwarz-rot-gold gekleidet, die glücklicherweise aber doch eher fehl am platz wirkten. redebeiträge waren nur auf dem ersten von -ähm, fünf- wagen zu hören, wobei dann dort verschiedenste leute reden beitrugen. kampagnen gegen nike und lidl hörten sich an wie aus dem schwarzbuch markenfirmen (wobei ich festgestellt hab, dass ver.di ein schwarzbuch lidl europa rausgebracht hat)[das soll jetzt nicht abwertend klingen, lidls geschäftspraktiken sind schon mies…], new-yorck-vertreter_innen forderten solidarität mit bedrohten linken wohnprojekten.
es gab eine grenze/mauer zum einreißen, forderung nach mehr solidarität zwischen LesBiSchwulTransQueeren menschen mit und ohne migrantischem hintergrund und aufrufe zum selbstschutz gegen übergriffe jeglicher art. sehr begeistert hat mich in diesem zusammenhang die erzählung von marodierenden mädchenbanden im görlitzer park, die sich mit verschiedensten mitteln effektiv gegen sexisten wehren.
einen teil der zeit habe ich auch im hinteren teil der …demo… verbracht, wo ein antifa-wagen mit ziemlich mieser anlage vor sich hinrollte, was mir unter anderem einen weiteren auftritt von jener (hamburger?) combo einrachte, die ich im winter bereits im SO36 unter dem label ‘too many MCs’ bewundern durfte.
kurz vor abschluss der demo gab es noch eine ‘performance’ am ersten wagen, die damit endete, dass eine_r der moderator_innen eins jener wm-autofenster-fähnchen verbrannte, direkt mit anleitung zum nachmachen, musikalisch gefolgt von slimes ‘deutschland muss sterben’ (mag mensch von slime halten, was sie_er will, die message war in diesem moment eindeutig). zumindest einige erreichbare dland-fähnchen und -fahnen, die entlang der demoroute hingen, sind während dieser verloren gegangen, die pds wurde von der demo geschmissen, die grünen haben ihren parteistuff wieder einpacken müssen, und der lauti rief dazu auf, pöbelnde deutschland-fußballprolls ‘wegzuschicken’, die wände weiter zu plakatieren (und drohte dabei der polizei indirekt mit gewalt).
gerade etwas wirr und ungeordnet.

vieleviele bilder bei selbstmordparty