[ich mag es ja, sachen zu wiederholen, auch wenn ich mir mühe gebe, dies in diesem blog nicht allzu ausgiebig zu tun.]
das folgende thema begegnet mit immer wieder, und das kontinuierlich über jahre hinweg.
wie einem teil der werten lesenden bekannt sein dürfte, befand sich mein geburtsort und wohnsitz bis vor einigen jahren (tatsächlich erst so kurz, mir kommt es vor wie eine ewigkeit) in einer ostdeutschen kleinstadt. und das ist tatsächlich so beschissen wie es klingt. von dort aus bin ich - mit einer kurzen zwischenstation in einer anderen kleinstadt - umgezogen in eine doch wesentlich größere stadt und jetzt von dort aus zu meinem aktuellen wohnsitz gelangt in einer stadt, die dann nochmal ziemlich viel größer ist. ganz allgemein gesagt.
beim im nachhinein darüber nachdenken fällt mir doch auf, dass sich mit diesen umzügen meine lebensqualität beträchtlich gesteigert hat. das sind dann so kleine sachen, wie beispielsweise nachts eine straße langlaufen und eben nicht permanent darauf zu achten, was für autos an einer vorbeifahren, ob sie sich vielleicht als “die guten” bezeichnen oder das nummernschild bekannt ist oder anstalten machen anzuhalten. (womit ich nicht behaupten will, dass es solche situationen jetzt nicht mehr gibt, sie sind nur eben kein dauerzustand)
soviel zum werdegang. dieser ist in sofern relevant, dass mir auf jeder einzigen dieser stationen die erste wiederbegegnet ist.
“sag mal was, das klingt so lustig”
es ist vermutlich relativ normal, mensch spricht einen anderen dialekt als im umfeld vorherrschend ist, und damit fällt mensch natürlich auf. ob das dann tatsächlich so weit gehen muss, dass ich von punkern, die seit jahren nicht rausgekommen sind aus ihrem großstadtkacknest, zu hören bekomme: »du bist doch die aus sachsen. sag mal was!« ich: »was denn?« punker: »keine ahnung, sag doch mal ‘nu’« … nein, polly will keinen keks. aber wenn ihr sächsisch mal hören wollt, versuchts damit.
regionale besonderheiten der sprache sind aber eher das kleinere problem.
auf die frage hin, wo ich denn herkäme, so ganz ‘ursprünglich’, wahrheitsgemäß geantwortet, machen unter umständen personen große augen, als wäre es unglaublich, dass ich noch lebe und trotzdem kein kameradschaftsmitglied bin.
immer wieder ein “du bist doch aus xyz…”, als ob meine ‘herkunft’ das einzig interessante wäre, als ob das, was jetzt als ich bezeichnet wird, primär dadurch gekennzeichnet würde, und ganz besonders so, als ob es nicht möglich wäre, irgendwann mal davon wegzukommen, irgendwann mal nicht daran erinnert zu werden. immerhin bin ich ja nicht weggezogen, weil’s mir dort so gut gefallen hat.