q.e.d. - quo errat demonstrator

2006, Nov 17th

s-bahn-drama

Filed under: hello world

etwas frustriert vom mobile- und computerzeitalter und gleichzeitig ernsthaft begeistert von der heutigen ti-vorlesung (schenkt mir doch bitte einen elektrobaukasten, das ist viel toller als das electronic workbench - simulationsprogramm, das noch dazu eh nur unter windows zu laufen scheint. aber falls es sowas auch als open source variante gibt, wäre ich über einen tip dankbar) durfte ich ein sehr lustiges und gleichzeitig dramatisches schauspiel mitansehen:
drei kinder (schätzungsweise 4, 8 und 9 jahre) und deren oma sprangen im letzten augenblick durch die sich schließenden sbahn-türen (große rote lampe blinkt und irgendwas lässt ein warnsignal ertönen). genauer gesagt schafften es zwei der kinder und die oma. das dritte kind stand draußen. das größere der beiden drin-kinder fing panisch an zu schreien, ebenso die oma, und wohl weil das draußen-kind das von draußen sehen konnte fing es auch an zu schreien. dann bewies es allerdings geistesgegenwart und rannte zum fahrer_innenkister, ein weg von wenigen metern, und drückte vermutlich sein tränenverschmiertes gesicht an die scheibe. das schien zu wirken, die türverriegelung wurde gelöst, das grüne lämpchen leuchtete auf, aber die oma trommelte weiter an die scheibe. das kind draußen nun verwirrt schauend, und nach etwa 10 sekunden wies ich, hilfsbereit wie ich bin, darauf hin, dass sie die blöde tür nun öffnen könne. das kind stieg ein, die bahn fuhr los. alles gut. denkste. die oma fing an, das kind vollzupöbeln, warum es denn nicht eingestiegen sei, und behauptete steif und fest, als sie eingestiegen sei wären die türen noch offen gewesen. dass sie selbst schon fast in den sich schließenden türen eingeklemmt wurde und gleichzeitig mit ihrem hintern dem späteren draußen-kind den zugang versperrt hatte, wollte sie nicht hören.
ich fand die sache die ganze zeit über schon sehr amüsant, und absurd wurde es an dem punkt, wo das kind aus seinem rucksack ein handy auspackte und wohl an irgendwen eine sms schrieb. ich kann mich noch daran erinnern, als ich früher verloren ging, hatte ich kein telefon dabei, und auch kein geld. und genau das war der punkt des verloren gehens - alleine in einer unbekannten ungebung ohne kontaktmöglichkeit zu wem auch immer. alles drama queens_kings.

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