hätte nicht gedacht, dass ich in meiner aktuellen gemütslage dazu fähig wäre, ein angebot auf abends weggehen und einen netten abend auszuschlagen. tatsächlich liegen hier aber noch zwei mir unbekannte folgen von mir geschätzter serien (house md und bones, ist ja keine überraschung) herum, was anhand meines morgigen wegfahrens “echt nich angehn” kann, und ich habe heute von j. ein mir noch unbekanntes terry pratchett buch geliehen bekommen, was an sich eine seltenheit darstellt (das “mir unbekannt sein”, nicht das “buch geliehen bekommen”). also sind heute abend mal wieder die klassischen unterhaltungsmedien meine erste wahl.
desweiteren habe ich beim aufräumen der technik-schraddel-kiste das ladegerät für meine kamera wiedergefunden, dh es gibt demnächst auch mal wieder eigene bilder zu sehen.
eine interessanter ansatz zum umgang mit seltsamen spam-werbe-blogdingsies findet sich heute an der blogbar, mal abgesehen begrüßungsfloskel, die ein “mangelhaft” bekommt.
wie auch immer, nachdem ich eine weile gebraucht habe, herauszufinden, was genau diese komischen blogs zu werbeblogs macht (ausgeklammert ist der schreckliche schreibstil und sinnlose themen), will ich es den geneigten leser_innen nicht vorenthalten.
es geht um parfum, ck’s “in2you”. nie gehört? ich auch nicht. egal. es wird selten direkt erwähnt, nur immer wieder dem namen nachempfundene begriffe verwendet, und ständig wird von “technosexualität” gesprochen. ein begriff, der mir neu war und unter dem ich mir irgendwie nicht so richtig was vorstellen konnte. das wiederum liegt daran, dass das wort ein patentierter neologismus ist, und abgesehen von der ck-”werbekampagne” kaum verwendet wird.
Zunächst einmal handelt es sich bei der Neuschöpfung um eine geschützte Wortmarke. Die Erfinder des Parfums aus dem Hause Coty haben sich das Adjektiv zum Duft gleich patentieren lassen.[…]Für die Firma Coty, unter deren Dach auch die Marke Calvin Klein vertreten wird, handelt es sich bei den angeblich technosexuellen Jugendlichen um nicht weniger «als die erste Generation des neuen Jahrtausends, die Generation Y.» Nach Angaben ihrer Erfinder gehören dazu die Jahrgänge der zwischen 1982 und 1995 Geborenen.
das ist also eure technosexuelle generation, die mit ipod und mobile aufgewachsen sind, aber emotional nix zu bieten haben. und auf den blogs stehen dann solche sachen:
Hab mir mal so meine Gedanken über technosexual generation gemacht… also, die CK IN2U Launch Party [anm.: hervorhebung von mir gehört ja zu den Top-Parties meines Lebens […] und wenn die Partygäste und die dortige Atmosphäre die technosexuelle Generation wiederspiegeln, dann möchte ich zu gerne ein Teil davon sein und erkläre mich hiermit als technosexual girl…
ahja, klar.
also zumindest teilweise ist das mit dem werbefilm dann auch wieder nicht ganz so subtil, ich frage mich nur, werden leute dafür bezahlt dass sie sich so käsige geschichten ausdenken und die bloggen, oder wie läuft das?
scheint auch nur ein bloggefüge von drei bis fünf (imaginären?) personen zu sein, die sich ständig aufeinander beziehen, sich verlinken, und immer wieder den begriff technosexuell verwenden. und zwar in den unmöglichsten zusammenhängen:
Sie hat durch ihren Job, sie ist Flugbeleiterin, vielleicht sogar das technosexuellste Leben von uns allen geführt […]
Habe irgendwie ein bisschen übertrieben, was den technosexuellen Spirit in meinem Leben angeht.
Sie beschimpfte mich als Möchtegern-technosexuellen-Player und Schwachmat
Jedenfalls hat mein Traumtyp, von dem ich dachte, dass er vielleicht auch was für mich empfindet, am Wochenende gezeigt, dass ich für ihn nur eines dieser technosexuellen girls bin, mit denen er tolle Stunden verbringen kann, die aber austauschbar sind wie die Bilder seiner myspace website, wie die comments auf seine blogs…
und schreiben auch sonst einfach nur dumme sachen wie folgende:
Da gabs doch jetzt vor Kurzem dieses unglaublich spannende Online-Game, ich glaube es heisst “Second-Life”, ein Paradies für World of Warcraft verseuchte Seelen.
ganz schön arme gestalten also (ob nun “real” oder nicht), kommentare von denen würde ich auch nicht auf meinem blog haben wollen.
quellen:
die blogbar, siehe oben
“wie riecht das internet?” - irgendwie auch bescheuerter artikel der netzzeitung
http://blog.glamour.de/blog/flyinggirl und http://technosexual.de/ als werbeblogs