q.e.d. - quo errat demonstrator

2006, Jun 24th

transgenialer CSD

im gegensatz zum wegen der männer-wm verschobenen “offiziellen” berliner CSD fand der transgeniale (warum auch immer der so heißt…) heute statt. mit etwa 3000 leuten recht gut besucht, wobei mit sicherheit auch leute dabei waren, die im ‘normalfall’ auf der offiziellen veranstaltung gewesen wären, getreu dem motto ‘einigkeit verschiedenheit und recht und freiheit’ in schwarz-rot-gold gekleidet, die glücklicherweise aber doch eher fehl am platz wirkten. redebeiträge waren nur auf dem ersten von -ähm, fünf- wagen zu hören, wobei dann dort verschiedenste leute reden beitrugen. kampagnen gegen nike und lidl hörten sich an wie aus dem schwarzbuch markenfirmen (wobei ich festgestellt hab, dass ver.di ein schwarzbuch lidl europa rausgebracht hat)[das soll jetzt nicht abwertend klingen, lidls geschäftspraktiken sind schon mies…], new-yorck-vertreter_innen forderten solidarität mit bedrohten linken wohnprojekten.
es gab eine grenze/mauer zum einreißen, forderung nach mehr solidarität zwischen LesBiSchwulTransQueeren menschen mit und ohne migrantischem hintergrund und aufrufe zum selbstschutz gegen übergriffe jeglicher art. sehr begeistert hat mich in diesem zusammenhang die erzählung von marodierenden mädchenbanden im görlitzer park, die sich mit verschiedensten mitteln effektiv gegen sexisten wehren.
einen teil der zeit habe ich auch im hinteren teil der …demo… verbracht, wo ein antifa-wagen mit ziemlich mieser anlage vor sich hinrollte, was mir unter anderem einen weiteren auftritt von jener (hamburger?) combo einrachte, die ich im winter bereits im SO36 unter dem label ‘too many MCs’ bewundern durfte.
kurz vor abschluss der demo gab es noch eine ‘performance’ am ersten wagen, die damit endete, dass eine_r der moderator_innen eins jener wm-autofenster-fähnchen verbrannte, direkt mit anleitung zum nachmachen, musikalisch gefolgt von slimes ‘deutschland muss sterben’ (mag mensch von slime halten, was sie_er will, die message war in diesem moment eindeutig). zumindest einige erreichbare dland-fähnchen und -fahnen, die entlang der demoroute hingen, sind während dieser verloren gegangen, die pds wurde von der demo geschmissen, die grünen haben ihren parteistuff wieder einpacken müssen, und der lauti rief dazu auf, pöbelnde deutschland-fußballprolls ‘wegzuschicken’, die wände weiter zu plakatieren (und drohte dabei der polizei indirekt mit gewalt).

gerade etwas wirr und ungeordnet.

vieleviele bilder bei selbstmordparty

2006, May 8th

beziehungsweise frei

found this one here

2006, May 4th

nice one

2006, Apr 27th

institution familie

bei spiegel online finden sich heute einige interessante artikel zu den theorien der verlorenen familie und der ewigen kinderlosigkeit, daraus resultierend einer “katastrophalen demographischen entwicklung” und interessanten analysen, wer denn nun daran schuld sei. die ersten ausführungen beziehen sich auf einen artikel von eva herman - nie von ihr gehört, vielleichjt auch besser so…

Der Grund der deutschen Kinderlosigkeit ist in ihrem Artikel “Die Emanzipation - ein Irrtum?” daher schnell gefunden. Es sind nicht die fehlenden Kindertagesstätten oder die noch weit verbreitete Machokultur in den oberen Firmenetagen. Nein, diese angeblichen Systemfehler lässt sie nicht gelten. Es sind die Frauen selbst, geleitet von “Selbstgefälligkeit und Eitelkeit”, “im dünkelhaften Glauben an unsere nahezu übernatürlichen Kräfte, in Selbstüberschätzung und unreflektierter Emanzipationsgläubigkeit”.

Für diese Frauen sei Fortpflanzung “Option, keine Selbstverständlichkeit”. Dass Frauen sich in den Führungsetagen bislang kaum durchsetzen konnten, ist für Eva Herman kein Zustand der zu verändern ist, sondern eine Bestätigung dafür, dass die Talente der Frau ganz woanders liegen.

Der Platz der Frau sei zu Hause. “Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrages die Familie zusammenhalten kann”, argumentiert Herman christlich. Als Pendant zum Manne sei sie “der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil”. Nicht der heutige Versuch der Gleichberechtigung, sondern die klassische Rollenaufteilung hätte in unserer Gesellschaft über Jahrhunderte funktioniert. “Wenn sie aber eingehalten wird, so hat das in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge.
[…]
Mit der traditionellen Aufteilung “Frau-Kinder, Mann-Arbeit” glaubt Eva Herman auch, den Mann wieder für eine Familie gewinnen zu können. Das sei schließlich seine Rolle: “Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part…” Nun aber sei er vom weiblichen Karrierebewußtsein verunsichert. “Denn mit diesem Handeln, auch das ist nur logisch, lähmen wir jede starke Männlichkeit in unseren Partnern, die wir uns in der Tiefe unserer Seelen sehnlichst wieder herbeiwünschen.”

Übernehmen aber beide Geschlechter die Versorgerrolle, wird “die Frau zur Konkurrentin des Mannes”. Dann scheint keine normale Beziehung mehr möglich, dann “spürt er weder Bindung noch Verantwortung für sie”.

ganzer text: NACHRUF AUF DIE EMANZIPATION Evas antifeministisches Manifest

und allgemein zur problematik:

Die Familie ist, so heißt es nun allenthalben, vom Aussterben bedroht und wäre doch unser aller Rettung, wie Frank Schirrmacher in seinem aktuellen Bestseller “Minimum” weissagt. Eine Wagenburg gegen die Unbilden des Lebens.

Längst vergessen scheint Karl Kraus’ zeitlose Wahrheit: “Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben”.

Plötzlich wird die gute alte Familie wieder zur nagelneuen Gesellschaftsutopie, zum heiligen Gral einer ziellos individualisierten Welt, in der keine Kinder mehr geboren und nicht einmal “zeitaufwendig gesund gekocht” wird, wie “Tagesschau”-Sprecherin Eva Herman erschreckt festgestellt hat.

Die Frauen machen derweil, was sie wollen - Karriere! Bauchnabelpiercing! Selbstverwirklichung! - statt ihrem familiären “Schöpfungsauftrag” zur Schaffung häuslichen Glücks konsequent nachzukommen. Auf diese Weise geht nicht nur der Nachwuchs verloren, sondern auch Harmonie und Seelenheil.

Schuld daran sind die Feministinnen, selbstgefällige Karrierefrauen und die 68er, mit denen das ganze Elend selbstverständlich anfing.


ganzer text: Eine Hölle namens Familie

2006, Apr 25th

“ich moechte sie ja nicht beleidigen”

für die biometriefähigen bilder in epass und bahncard gelten ja verschiedene schemen ähnlich diesem, vonwegen gesicht nicht zu groß oder zu klein - blaablaa - und anscheinend, leider im inet nicht zu finden, auch die für ein typisch männliches bzw weibliches gesicht … was genau da der unterschied sein soll, ist mir nicht klar, das eine schema hat jedenfalls so wuschelhaare, das andere kurze. das schema wird dann auf das passfoto in digitaler form draufgelegt - so machte es jedenfalls die fotografin der ich meinen besuch abstattete - um die größe des gesichts anzugleichen.
bevor sie dieses schema auswählen konnte, schaute sie mich etwas irritiert an. “äh, weiblich, oder? wissen sie, ich moechte ja meine kunden nicht beleidigen, aber erst dachte ich sie sind ein junge, und dann dachte ich doch eher dass sie ein mädchen sind. und jetzt bin ich mir garnicht sicher, das ist so schwierig zu sagen…”
gender trouble